Ein Appell an die Vernunft:

A Dog is for Life and not only for lockdown!

Liebe Hundefreunde, Hundeinteressierte, Corona-Gelangweilte, Abenteuersuchende und Einsame,
leider müssen wir euch enttäuschen.

Wir backen keine Hunde. Euren Wunschhund gibt es bei uns nicht.
Unsere Hunde sind größtenteils längst erwachsen, haben gewisse Vorerfahrungen, haben einen eigenen Charakter und haltet euch fest, in den meisten Fällen haaren unsere Hunde auch. Leider müssen wir euch auch dahingehend enttäuschen, dass keinem unserer Hunde die Stimmbänder entfernt werden – dementsprechend kann es durchaus vorkommen, dass unsere Hunde bellen. Unsere Hunde werden weder darauf getestet, ob sie am Longboard fahren können, noch müssen sie bei uns Kommandos lernen. Nicht jeder unserer Hunde ist geeignet, sich zu einem „Therapiehund“ ausbilden zu lassen, unsere Angsthunde können wir nicht in eure Kitas zur Bespaßung eurer Kinder vermitteln, unsere Huskys nicht in eure 50 qm Wohnung in Eimsbüttel, in der ihr zurzeit im Homeoffice sitzt und ne´ Gassirunde am Kaiser-Friedrich-Ufer bieten könnt. Und ja, die Schutzgebühr ist „der letzte Preis“ und nicht verhandelbar!

Bitte liebe Menschen da draußen, bitte schaltet euren Verstand ein.
Für viele der Anfragensteller sollte die Hundeadoption ganz nach dem Motto „ein Klick, ein Kauf, Hundelieferung innerhalb eines Tages“ funktionieren.
“Noah hat sich doch schon so auf seinen neuen Wuff gefreut.”. Da wird sich nicht mehr der Kopf zerbrochen, ob der Hund auch Noah mag, ob der Hund versteht, dass seine Pfötchen möglicherweise hübsche schwarze Flecken auf der weißen Couch hinterlassen und dass mehr zu einer Hundeerziehung gehört, als eine Flexileine. Und was passiert mit Wuff, wenn nach drei Tagen immer noch Pfotenabdrücke auf der Couch sind und immer noch der Nachbar ausgebellt wird, der durchs Treppenhaus läuft? Na, dann muss Wuff eben kurzerhand zurück ins Tierheim – man hatte ja nun auch wirklich ausreichend kommuniziert, dass man keinen „Problemhund“ adoptieren wolle.

Ihr glaubt wir dramatisieren? In den letzten Wochen hagelte es bei uns trotz strengster Vermittlungen (wir können den Menschen leider doch immer nur vor und nicht in den Kopf schauen) Rückläufer und haltet euch fest, was die Gründe waren – hier unsere Highlights:
– Hund hat sich in Hundetagesstätte daneben benommen,
– Jagdhund hatte zu viel Jagdtrieb,
– Schäferhund war zu anhänglich,
– Hund hat sich innerhalb von einer Woche immer noch nicht eingelebt und die Nachbarn immer noch verbellt.

Wir könnten noch ewig so weitermachen…

Dies ist ein Hilferuf – Wir sind am Ende unserer Nerven und am Ende unserer Kapazitäten! Wir erhalten teilweise pro Hund über 100 Anfragen – manchmal sind das 300 Anfragen in einer Woche. Wir arbeiten ehrenamtlich, unser Team der Anfragenbearbeiter besteht aus 2 Personen. Antworten wir nicht innerhalb von spätestens 2 Tagen, hagelt es Hasstiraden, teilweise werden wir bedroht, dass man uns schlechte Google-Bewertungen geben würde.
Lange Rede, kurzer Sinn? Vielleicht geben wir euch Menschen da draußen einfach einen Einblick in unsere Arbeit.

 

Hier sind einige Zitate, herauskopiert aus den 300 Anfragen der letzten Woche:

“Mein Sohn ist 15 Jahre alt und seit Tagen fragt er mich ob er den Hund kriegt. Er möchte keinen außer ihn. Deswegen wollte ich ihn eine Überraschung machen und in den Hund zu seinem Geburtstag schenken.”

“Betreff: Hund kaufen”

„Was würde die Adoption kosten?”

“Ist das hund noch da”
“Die grund kommandos sitzen bei dem guten kerl? Läuft er am fahrrad mit?”

“Hallo ich habe Interesse auf der hund”

“Ist dises Artikel verfügbar”

“Bitte ich bin auf der Suche nach einem deutschen Schäferhund Welpen zu kaufen können Sie mir helfen“

„Hallo, was ist der letzte Preis? Ich bin Student und müsste auch einen sehr langen Weg kommen.”

“Anfrage für Herdenschutzhund (65 cm): Wir sind eine liebevolle Familie mit großem Balkon, wir bieten viel Zeit und Liebe.”

“Anfrage für tauben Terrier: Schönen guten Tag ich würde dem kleinen hübschen tauben Jack russel Terrier sein endlos Platz anbieten in meiner Wohnung leben desweitern 3 Kinder und ich selbst bin 22 Jahre“

“Meine Freundin und ich möchten einen Hund adoptieren. Die Kriterien müssen natürlich bei dem Hund erfüllt sein, die da wären:
– sollte nicht haaren
– bis ca. Kniehoch oder vllt etwas noch größer
– muss bürogeeignet sein
– nicht älter als 1,5 – 2 Jahre
– gern einen Mischling”

Und damit dieser Post auch einen Lehreffekt mit sich bringt, hier ein paar praktische Tipps für eure Bewerbung bei uns: 

1. Verantwortung

Informiert euch vorab über die Verantwortung, die die Anschaffung eines Hundes erfordert

2.Kosten

Informiert euch über die Kosten – überfordert euch schon die Schutzgebühr? Dann solltet ihr definitiv die Finger von der Anschaffung lassen!

3. Bewerbung

Schreibt eine Bewerbung und keinen Fragekatalog, erzählt uns etwas über euch, die Haltebedingungen etc.

4. Zeit

Schreibt eine Bewerbung und keinen Fragekatalog, erzählt uns etwas über euch, die Haltebedingungen etc.

In diesem Sinne, behauptet hoffentlich keiner, wir hätten nicht gewarnt: Jeder Mensch, der uns weiterhin Anforderungskataloge für einen Hund zuschickt, bekommt bei uns ab jetzt folgende Antwort: „Bevor wir Ihre Fragen beantworten möchten wir gerne wissen, ob Sie die Anforderungen unseres Hundes erfüllen: Er möchte nur zu Menschen, die mindestens 1,70 cm groß sind, ihre Stimme sollte eher tief und nicht zu laut sein, ein Gesundheitszeugnis möchte er vorab von Ihnen sehen“
Und jeder Mensch, der uns ab jetzt weiterhin Preisvorschläge schickt erhält auf ein „250€“ nunmehr folgende Antwort „kostet deine Mudda die Stunde?“
In diesem Sinne, lassen wir uns unseren Humor zwar nicht nehmen, hoffen aber dennoch auf ein wenig mehr Verständnis, Bedacht und Überlegung vor der Anschaffung eines Hundes.

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