Messie-Hof

Vorwürfe gegen Amt

Viele von euch haben den Artikel in den Cuxhavener Nachrichten bereits gelesen…
 
Wir sind dem Redakteur der CN dankbar dafür, dass er uns zu einem Gespräch getroffen hat und dieser Angelegenheit durch seinen Artikel öffentliche Aufmerksamkeit verliehen hat. Nur durch die Öffentlichkeit lassen sich Missstände aufklären und aufarbeiten.
Es wird Zeit, dass über das Fehlverhalten bzw. Versagen einer Behörde im Landkreis Stade gesprochen wird. 
 
In diesem Zusammenhang richten wir auch einen Appell an die Politiker des Landkreises Stade, dieses Versagen des Veterinäramtes Stade umfassend aufzuklären und zur Diskussion bei der nächsten Kreistagssitzung zu stellen. Der Vorfall darf nicht einfach so zu den Akten gelegt werden. 
Was hier passiert ist, ist nicht einfach so von der Hand zu weisen.
 
Noch immer ist Frau A.L. Eigentümerin von weiteren Tieren. Auch wir sind immer noch gezeichnet von den Vorfällen der letzten Monate, wir haben gekämpft und unser letztes Hemd gegeben, wir haben nicht nur finanziell sondern auch emotional gelitten. Im Namen der toten Tiere, die auf diesem Hof in den letzten 10 Jahren zugrunde gingen, im Namen der kranken Tiere, die noch immer kämpfen, im Namen von Melinda, die ihr Trauma wohl für immer mit sich tragen wird, im Namen all unser unermüdlichen Aktivisten und uns, die Tag und Nacht vor Ort waren und alles gegeben haben, um auch noch das letzte Tier zu retten, bitten wir die Politiker des Landkreises Stade wenigstens jetzt nicht wegzusehen, sondern dieses Versagen zu verfolgen, für Gerechtigkeit und vor allem dafür zu sorgen, dass dieses Drama im Landkreis Stade ein Einzelfall bleibt.
 
Weitere Fakten, die wir gerne noch ergänzen möchten:
 
1. Frau A.L. hat bis heute kein Tierhalteverbot. Unseren Quellen nach, hat Frau A. 5 Katzen und 2 Hunde mitgenommen. In ihrer neuen Unterkunft hat sie bereits damit angefangen, Müll zu horten. Die Katzen sind nicht ausreichend versorgt mit Wasser und Futter und in einem sehr schlechten Zustand. Solange das Veterinäramt nicht durchgreift, kann Frau A. ganz legal weiter Tiere zu diesen Bedingungen halten. Wie viele Bilder von toten Tiere müssen wir dem Veterinäramt noch zukommen lassen, bis es aktiv wird?
 
2. Unseren Quellen nach, ist der Zustand des Hofes samt der Tiere bereits seit 2010 bekannt. Eine anonyme Quelle teilte uns mit, dass diese 2010 über tote Schafe auf der Weide stiegen und versucht hatten, Frau A.L. zu helfen, die heillos überfordert war. Auch im Dorf war der Messie-Hof bekannt. Anwohner erwähnten die „kranken Katzen“, die in deren Gärten rumstreunern würden. Dennoch griff niemand ein – über 10 Jahre mussten die Tiere auf dem Hof weiter leiden und sterben.
 
3. Frau A.L. berichtete uns, dass sie von mehreren Interessenten, die das Haus besichtigt hatten, beim Veterinäramt angezeigt wurde. Es passierte nichts.
 
4. Wir zeigten die Zustände der Tiere und des Hofes nach unserer Besichtigung im März umgehend beim Veterinäramt Stade an und retteten die ersten schwer an Katzenschnupfen erkrankten Kitten auf unsere Kosten. Diese hätten keine 2 Tage länger überlebt.
 
5. Das Veterinäramt war mehrfach vor Ort auf dem Hof. Zeugen bestätigen dies. Dennoch passierte nichts. Von mangelndem Informationsfluss kann keine Rede sein, wenn die Mitarbeiter des Veterinäramtes doch mit eigenen Augen die Zustände gesehen haben.
 
6. Die zuständige Dezernentin des Veterinäramtes Stade gab dem Redakteur gegenüber an, es seien bei Kontrolle „mehrere mündliche Anordnungen getroffen worden“. Als wir vor Ort waren, fanden wir sowohl Katzenleichen vor, als auch mehrere Duzend schwer an Katzenschnupfen erkrankte Kitten (teilweise höchstens 10 Tage alt), sowie mehr als 20 unkastrierte teilweise schwer an Katzenschnupfen erkrankte erwachsene Katzen und Kater. Melinda lag traumatisiert auf einer verdreckten Matratze mit offener Verletzung am Bein. Das Haus war bis zu einem Meter über dem Fußboden voll mit Kot und Katzenurin, Müllsäcke mit leeren Dosen lagen im ganzen Haus verteilt. Zwei abgemagerte Pferde standen auf der Weide, zwei Schweine meterhoch in ihrem eigenen Kot. Frau A.L. wirkte verwahrlost und überfordert. Liebes Veterinäramt Stade, und entschuldigen Sie bitte diese drastische Ausdrucksweise, wie in Gottes nahmen sollen bei einem solch katastrophalen Zustand der Tiere, bei einer so offensichtlich am Messie-Syndrom erkrankten völlig überforderten Frau noch irgendwelche mündlichen „Anordnungen“ helfen? Meinen Sie wirklich, nach einem „du du du, so geht das aber nicht liebe Frau A.“ wird eine kranke Frau durch Zauberhand gesund und schafft es sowohl psychisch als auch körperlich, plötzlich mehr als 30 – teilweise schwer erkrankte – Tiere ausreichend zu versorgen. Einzig richtige und zwingend erforderliche Entscheidung wäre die sofortige Sicherstellung und Unterbringung sowie umgehende tierärztliche Versorgung der Tiere gewesen. Einige Kitten hätten dann sicher nicht sterben müssen. Aber da ging es unserem Verdacht nach wohl um Kosten, die nicht getragen werden sollten – jedenfalls nicht von der Gemeinde.
 
7. Die gesamten Kosten der Rettungsaktion belaufen sich mittlerweile auf mehrere Tausend Euro. Diese Kosten trugen einzig und allein die neue Eigentümerin und wir.
 
8. Trotz immensen Aufschreis und Versprechungen anderer Tierheime und Tierschutzvereine der Umgebung, blieben wir allein. Kein einziger anderer Tierschutzverein hat auch nur eine einzige Katze aufgenommen oder sich an irgendwelchen Kosten beteiligt. Ganz im Gegenteil beschwerte sich sogar ein anderer Tierschutzverein beim Veterinäramt über unsere Arbeitsweise und behauptete, dass wir nicht für Katzen in der Umgebung zuständig seien. Anstatt in einer Katastrophe gemeinsam an einem Strang zu ziehen, wurden uns von anderen Tierschutzvereinen zusätzlich Steine in den Weg gelegt.
 
Trotzdessen haben wir es geschafft und konnten fast alle Katzen, die noch auf dem Hof waren, retten. Mit der Hilfe einiger wundervoller Menschen, die das Herz am richtigen Fleck haben und denen Tierschutz wichtiger war, als Egoismus und Ansehen.
 
Ein riesen Dankeschön geht an dieser Stelle an euch – ihr wisst, wer gemeint ist.

Ihr seid die wahren Helden dieser Geschichte!

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